Elektra

Sophokles

1998

Personen

Elektra Elisabeth Meixner
Klytaimnestra Veronika Kerschbaum
Chrysothemis Caroline Raab
Orest Manfred Seitinger
Aigisthos Wolfgang Peter
Der Alte Josef Unger

 

Regie: Wolfgang Peter

INHALT

Verbittert trauert Elektra um ihren Vater Agamemnon, der nach seiner Rückkehr aus dem Trojanischen Krieg von ihrer eigenen Mutter Klytaimnestra und deren Liebhaber Aigisthos heimtückisch erschlagen worden war. Elektra, geknechtet von den Mördern ihres Vaters, sinnt auf Rache und hofft auf die Rückkehr ihres geliebten Bruders Orest, den sie damals gerade noch rechtzeitig vor ähnlichem Schicksal bewahrt und der Obhut eines treuen Dieners übergeben hatte, der ihm seitdem, fern der Heimat, als fürsorglicher Erzieher zur Seite gestanden war. Vergeblich versuchen die Frauen von Mykene Elektra zu trösten.

Elektras Schwester Chrysothemis, die sich längst duldend mit ihrem Schicksal abgefunden hat, warnt Elektra: wenn sie ihre Klagen nicht verstummen ließe, werde sie von Aigisthos, sobald dieser wieder zurück sei, und von ihrer Mutter lebendig in ein Felsengrab gesperrt. Doch Elektra, bereit ihren Feinden zu trotzen, wirft ihr bloß Feigheit vor. Chrysothemis, die einsieht, daß jedes weitere Wort vergeblich ist, will sich auf den Weg machen, die Grabspenden, die sie in Händen trägt, am Grab ihres Vaters zu opfern. Die Mutter habe sie gesandt, getrieben von einer nächtlichen Vision, durch diese Gaben den toten Vater zu versöhnen. Elektra beschwört ihre Schwester, des Vaters Grab nicht durch die Gaben der unseligen Mutter zu entehren.

Klytaimnestra bekennt sich reuelos zum Gattenmord, denn sie habe Agamemnon zu recht getötet, weil dieser ihre Tochter Iphigenie am Altar der Artemis geopfert hat. Doch Elektra schleudert ihr entgegen, sie habe Agamemnon nur getötet, weil sie die Geliebte des Aigisthos geworden war, mit dem sie nun schamlos zusammenlebt. Vor Zorn bebend und sich nur mühsam beherrschend fleht Klytaimnestra Apollon um Hilfe an.

Ein fremder alter Mann, der, wie er sagt, aus Phokis sei, überbringt die Botschaft, daß Orest tot sei, gefallen im Wagenrennen zu Delphi. Klytaimnestra, die beständig fürchten mußte, daß Orest einst als Rächer Agamemnons wiederkehren würde, ist erleichtert und meint, ihr Gebet sei erhört worden; doch Elektra ist verzweifelt und sieht sich um ihre letzte Hoffnung betrogen.

Elektra klagt den Frauen von Mykene ihr Leid, da naht freudestrahlend Chrysothemis: auf dem Grab des Vaters habe sie unverkennbare Zeichen gefunden, daß Orest zurückgekommen sei. Doch schnell schwindet ihre Freude, als ihr Elektra die Botschaft des Alten darlegt. Elektra beschwört ihre Schwester: nun seien nur mehr sie beide als Rächer des Vaters verblieben. Gemeinsam müßten sie die Mutter und Aigisthos töten. Doch geängstigt will sich Chrysothemis lieber den Mächtigen beugen.

PAUSE

Ein fremder Jüngling überbringt die Urne, in der die Asche Orests bewahrt sei. Elektra, die Urne umklammernd, beweint ihren Bruder. Da gibt sich der Jüngling zu erkennen: es ist Orest. Seinen vermeintlichen Tod habe er nur benutzt um Klytaimnestra in Sicherheit zu wiegen. Der Alte sei sein ehemaliger Erzieher und ihm treu ergeben. Jubelnd umarmt Elektra ihren Bruder. Nach einem kurzen Gebet eilt Orest in den Palast und tötet die Mutter, während Elektra das Tor bewacht.

Aigisthos, der unterwegs vernommen hat, daß Orest tot sei, kehrt freudig zurück. Elektra öffnet das Tor, wo man den verhüllten Leichnam Klytaimnestras erblickt. Aigisthos meint Orests toten Körper vor sich zu haben, doch als er das Tuch zurückschlägt, erkennt er seine tote Geliebte. Orest treibt ihn in den Palast und tötet ihn an der selben Stelle, an der Aigisthos Agamemnon erschlagen hatte.