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| Abendwind der Sanfte, Häuptling der Groß-Lulu | Walter Vogl | ||
| Atala, seine Tochter | Miel Wanka | ||
| Biberhahn der Heftige, Häuptling der Papatutu | Imre Szanto | ||
| Arthur, ein Fremdling | Csongor Szanto | ||
| Ho-Gu, Koch bei Abendwind | |||
| Erster | } | Groß-Luluerer | |
| Zweiter | |||
| Groß-Luluerer und Papatutuaner | |||
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Die Burleske spielt „auf einer der fernsten Inseln Australiens“ zur Zeit der Uraufführung, also Anfang der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts. Das Bühnenbild zeigt eine Gegend mit australischer Vegetation. Links um einen Baumstrunk, der als Tisch dient, befinden sich Rasenbänke, rechts eine zwischen Bäumen befestigte Hängematte. Im Hintergrunde ein Käfig, in dem ein weißer Bär eingeschlossen ist, der dem Häuptling als Orakel dient.
Der verwitwete Häuptling Abendwind hält vor seinen Stammesangehörigen eine flammende Rede, bei der er immer wieder den Faden verliert und neu anfangen muss. Er verkündet, dass er noch heute Biberhahn den Heftigen, Häuptling der benachbarten Insel Papatutu, zu einem Arbeitsbesuch erwarte. Weil das Treffen mit einem Festmahl ende, befiehlt er seinem Koch Ho-Gu, nach einem Fremden Ausschau zu halten, der einen geeigneten Braten abgebe. Sodann wird die Versammlung aufgelöst.
Während des Häuptlings Tochter Atala vor ihrer Hütte mit einer Puppe spielt, entdeckt sie einen Fremden, der in einem eleganten Pariser Anzug steckt. Beide sind sich auf Anhieb sympathisch. Es stellt sich heraus, dass der Fremde Schiffbruch erlitten hat und sich mit letzter Kraft auf die Insel retten konnte. Er stellt sich als Arthur vor, der im fernen Europa das Friseurhandwerk studiert habe. Weil Atala die Pläne ihres Vaters kennt, rät sie ihm, sich gut zu verstecken. Andernfalls drohe ihm Schlimmes. Der Schiffbrüchige befolgt diesen Rat aber nur kurz; denn kaum hat er aus seinem Versteck das Gespräch zwischen Vater und Tochter belauscht, scheint ihm der alte Wilde sehr vertrauenserweckend zu sein. Er tritt hervor und gibt sich zu erkennen. Solange Atala und Arthur miteinander plauschen, begutachten Abendwind und sein Koch den Fremdling und machen sich Gedanken, mit welchen Beilagen das überraschend angespielte Festmahl wohl am besten munden dürfte.
Arthur geht mit Ho-Gu ab. Er glaubt, der Koch wolle ihm ein Festmahl bereiten, und freut sich über die große Gastfreundschaft. Unterdessen kommt der erwartete Häuptling der Papatutu mit großem Gefolge. Nach dem Austausch der üblichen Höflichkeitsfloskeln wird das Festmahl serviert. Während die Häuptlinge das Essen genießen, lenkt Biberhahn das Gespräch auf seinen Sohn und preist dessen Vorzüge. Vor vielen Jahren habe er ihn in das ferne Paris bringen lassen, damit er dort etwas Anständiges lerne. Seine Zeit in der Zivilisation sei jetzt aber abgelaufen. Er sei bereits per Schiff auf dem Weg in die Heimat. Und dies sei auch der Grund, weshalb er, Biberhahn, heute hierhergekommen sei; denn wenn es nach seinen Plänen gehe, dann solle sein Arthur um die Hand von Abendwinds Tochter anhalten. Dem Häuptling der Groß-Lulu fährt plötzlich der Schrecken in die Glieder. Reumütig gesteht er, Arthur sei das leckere Festmahl gewesen. Seine Worte bringen Biberhahn so sehr in Rage, dass er sogleich seine Krieger zu einem Rachefeldzug aufruft. Abendwind sieht den letzten Ausweg darin, seinen heiligen Bären um Rat zu bitten. Das Orakel aber hat ausgedient; denn der Bärenhaut entsteigt Arthur. Er hatte den Koch bestochen, statt seiner das Tier zu schlachten. Nachdem dieses so delikat gemundet hat, entschließt sich Abendwind, fortan nur noch Bärenfleisch zu essen. Wäre ihm dessen Köstlichkeit schon früher bewusst gewesen, müsste er heute nicht Witwer sein. Biberhahn räumt ein, dass es ihm ähnlich ergangen sei. Es stellt sich heraus, dass sie jeweils die Ehefrau des anderen verspeist haben.
Die beiden Häuptlinge versöhnen sich feierlich und geben die Verlobung ihrer Kinder bekannt.
Wolfgang
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